Ich war immer gut darin, Wissen anzusammeln, alles mit dem Kopf zu lösen, meine Perspektive zu wechseln. Ich konnte verstehen, was andere antreibt, und schnell Mitgefühl entwickeln – nicht immer für mich selbst, aber fast immer für andere.
Ich habe mein Mindset trainiert, alte Glaubenssätze aufgespürt, neue Perspektiven aufgebaut. Immer auf der Suche nach dem gelingenderen Leben. Habe Ausbildungen gemacht, meine Erkenntnisse daraus geteilt... dieser Weg hat lange funktioniert – er hielt mich beschäftigt. Bis zu einem gewissen Punkt.
Wie oft habe ich mich gefragt, warum es nicht leichter geht? Warum ich so oft nicht das Gefühl habe, wirklich von der Stelle zu kommen, obwohl ich so viel wusste und scheinbar so viel tat. (*Antwort weiter unten)
Und dann stand ich wiedermal da, an diesem blöden "Abgrund": Ich hatte das Gefühl, ich weiß so viel, aber ich fühle es nicht tief in mir. Es war, als ob ich an einer unsichtbaren Grenze stehe.
In dieser Zeit begann ich, mich mit dem autonomen Nervensystem zu beschäftigen – zuerst im privaten Kontext und dann später in meinen Seminaren über kindliches Verhalten, in denen ich über das Window of Tolerance und das Eisbergmodell von Sybille Schmitz sprach. Aber anstatt all mein Wissen auch auf mein persönliches Leben und Erleben anzuwenden, nutzte ich es für andere. Und irgendwann hat es dann endlich "Klick!" gemacht.
Mir wurde klar: Wir alle haben ein Nervensystem. Es lenkt unser Denken, Fühlen und Handeln – viel stärker, als wir es wahrhaben wollen. Und ja, auch das von uns Erwachsenen (dabei fühlte es sich lange so viel komfortabler an, nur die Kinder durch diese Brille zu betrachten!).
Und genau hier passierte der entscheidende Unterschied:
🌀Mindsetarbeit hatte meinen Kopf stark gemacht.
✨Nervensystemarbeit brachte Tiefe, Ruhe und Nachhaltigkeit.
Oft höre ich: „Aber ich arbeite doch schon so viel an mir – brauche ich das wirklich?“
Meine Antwort: Mindsetarbeit allein ist wie ein kluger Kapitän ohne Mannschaft.
Du kannst einen neuen Kurs setzen – aber wenn dein Nervensystem (deine Mannschaft) weiter auf Gefahr programmiert ist, steuert es dich automatisch zu den alten Häfen.
Regulation ist der Schlüssel, damit die neuen Gedanken auch wirklich im Leben ankommen.
Aus dieser Erkenntnis heraus ist Inner Shift entstanden – mein Coaching, das tief geht, mit Glaubenssätzen, Emotionen, Bedürfnissen und vor allem dem Nervensystem arbeitet.
Es ist kein „fertiges Ziel“, sondern ein lebendiger Prozess, der dir erlaubt, immer mehr dein wahres Wesen zu leben.
Wenn du spürst, dass dein Kopf schon lange weiß, was gut für dich wäre – dein Körper aber noch zögert – dann lass uns gemeinsam daran arbeiten, dass beides in Einklang kommt.
* Anmerkung zum Sternchen oben (*): Heute weiß ich, dass mein Verhalten, immer mehr Wissen anzuhäufen, mich unbedingt weiterentwickeln zu wollen, klare Zeichen vom roten und blauen Pfad waren. Nach Mona Delahooke ist der rote Pfad der Bereich, in dem sich unser autonomes Nervensystem im Kampf- oder Fluchtmodus befindet. Ich bin geflüchtet, wollte weg von dem alten Kram meiner Vergangenheit und ihrem Einfluss auf mein Heute. Ich habe gekämpft gegen das, was in meiner Realität stattfand. Sicher nie "heftig" oder "auffällig", aber doch immer getrieben. Und dieser Gedanke, dass ich wie gegen eine unsichtbare Grenze laufe, weil es einfach nicht weiterging, egal wie viel ich wusste oder tat: ein klares Signal für den eingesetzten Freeze-Zustand (blauer Pfad). Innerlich in Bewegung, im Wollen, im Machen. Äußerlich wie festgehalten. Immer wieder im Kreis. Diese Ungeduld, die damit einherging: "Es sollte anders sein!" oder "Ich müsste schon weiter sein." oder "Das alles hätte mir nicht passieren dürfen."
Es ist nicht so, dass heute alles anders ist. Ich bin weder dauerhaft glücklich, noch zutiefst erleuchtet. Ich bin immer noch ungeduldig und fahrig und knalle immer wieder mit meinen und den Anforderung und Erwartungen anderer heftig aneinander. Aber da ist auch diese neue Leichtigkeit. Etwas mehr Ruhe und Vertrauen ins Leben und meine eigenen Fähigkeiten. In meine Beziehungen und meine eigene Beziehungsfähigkeit. Irgendwie lichter und freundlicher. Kein großer Knall, aber insgesamt ein besseres und definitiv authentischeres Leben.
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